GIS-Glossar

Glossar über GIS und Geoinformatik-Fachbegriffe

 Airborne Laserscanning
Airborne Laserscanner-Systeme werden in Flugzeugen oder Helikoptern eingebaut und dienen dem Erstellen von digitalen Geländemodellen für Photogrammetrie. Ein Laser scannt beim Überfliegen das Terrain ab und registriert die Entfernung zum Boden durch Messen der Laufzeit des Signals. Das Airborne Laserscanning ergänzt die Luftbildfotografie, die sehr aufwendig nachbearbeitet werden muss, um Höheninformationen abzuleiten. Bessere Scanner können mehrere Reflexionen und deren Intensität eines einzelnen Laser-Pulses detektieren und so etwa über Waldgebieten sowohl die Baumkronen als auch den Boden erfassen.
 Catalogue Service
Ein Geowebdienst zum Abfragen von Geodatenkatalogen (Metadatenservice). Ein Standard des OGC.
 Dienstleistungsvereinbarung
Legt Umfang, Häufigkeit und Qualität von wiederkehrenden GIS-Dienstleistungen fest, die das GIS-Kompetenzzentrum für Dritte erstellt oder bezieht.
 Digitales Höhenmodell
Ein Digitales Höhenmodell (DHM) ist eine digitale, numerische Speicherung der Höheninformationen der natürlichen Erdoberfläche. Digitale Höhenmodell e (DHM) entstehen, wenn Höheninformationen in spezieller Form erfaßt, gespeichert und ausgewertet werden. Die Visualisierung erfolgt in der Regel durch Draht- oder Netzmodelle oder durch Auflegen von Flächendaten (Thematische Karten, Luftbilder etc.).
Mehr unter: GISWIKI - Digitales Geländemodell
 Generalisierung
Generalisierung bezeichnet in der Kartographie einen Vorgang, bei dem einzelne Sachverhalte zusammengefasst, verallgemeinert und vereinfacht werden.
In der Kartographie werden, wenn der Maßstab eines Plans oder einer Karte für einzelne Details nicht mehr ausreicht, diese vereinfacht dargestellt und dieser Vorgang als Generalisierung bezeichnet. Mehr dazu unter http://www.giswiki.org/wiki/Generalisierung
 Geodata-Warehouse
Eine zentral organisierte, objekt-relationale, Geodatenbank, welche sämtliche Geodaten der Stadt Uster einheitlich und software-neutral zur Verfügung stellt. Abfragen können über SQL (Structured Query Language) formuliert werden. Die Datensätze werden thematisch gruppiert und in Schemen (Ordner) abgelegt. Sämtliche Daten sollen innerhalb einer einzigen, zentralen Datenbank abgelegt werden, um einfache Abfragen über verschiedenste Themengruppen hinweg zu ermöglichen.
 Geodateninfrastruktur Uster
Ein koordiniert entwickeltes, genutztes und fortgeführtes städtisches System von betrieblichen und technologischen Massnahmen, um sicherzustellen, dass Verfahren, Daten, Technologien, Standards, rechtliche Grundlagen, finanzielle und personelle Ressourcen zur Gewinnung und Nutzung von Geoinformationen ziel- und bedarfsorientiert zur Verfügung stehen. Geodatenproduzenten, Dienstleister und Geodatennutzer greifen innerhalb der GDIU über ein physisches Datennetz auf gemeinsame, zentrale Ressourcen zu.
 Geodatennormen
National und international anerkannte Standards zur Modellierung von Geodatenstrukturen. Die Einhaltung von Standards erlaubt die langfristige Archivierung von Geodaten, sowie den hersteller-neutralen Austausch zwischen verschiedenen Geoinformationssystemen. Geodatennormen werden entweder von internationalen Standardisierungsorganisationen (ISO, OGC) oder nationalen Fachverbänden (SOGI, KOGIS, SIA, VSA, VSE, etc.) herausgegeben. International hat sich zur Speicherung und zum Austausch von Geodaten vor allem GML (Geography Markup Language) durchgesetzt, in der Schweiz primär Interlis. Beide basieren auf Text resp. XML Markupsprachen.
 Geofachdaten
Dies sind raumbezogene Daten aus einem Fachgebiet, wie z.B. Ver- und Entsorgung, Stadtplanung, Land- und Forstwirtschaft, statistische Daten, Messdaten (z.B. Umwelt), etc. Geofachdaten können raumbezogene Daten mit oder ohne direktem Raumbezug sein.
 Geographisches Informationssystem
Ein rechnergestütztes System zur geographischen Informationsverarbeitung bestehend aus Konzepten, Architektur, Hardware, Software, raumbezogenen Daten und personellen Ressourcen. Ein GIS stellt Werkzeuge zur Modellierung, Erfassung, Verwaltung, Pflege, Analyse und Ausgabe von Geodaten zur Verfügung. Es wird unterschieden zwischen spezialisierten High-End-GIS (z.B. für die Erfassung und Verwaltung der Daten zur amtlichen Vermessung und der Werkleitungen), Desktop-GIS (Analysen, Visualisierung, Planausgaben) und Web-GIS (primär Abfragen, Visualisierung und Auskünfte). Die Grenzen dazwischen sind jedoch fliessend.
 Geography Markup Language
Über das OGC erarbeiteteter internationaler Standard zur Speicherung und für den Austausch von Geodaten. Basierend auf XML. Das Geodatenmodell kann über ein XML Schema definiert werden.
 Geoinformationsgesetz
Bundesgesetz über die Geoinformationen (Geoinformationsgesetz). Am 1.7.2008 in Kraft getreten. Dieses Gesetz bezweckt, dass Geodaten über das Gebiet der Schweizerischen Eidgenossenschaft den Behörden von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Wissenschaft für eine breite Nutzung, nachhaltig, aktuell, rasch, einfach, in der erforderlichen Qualität und zu angemessenen Kosten zur Verfügung stehen. http://www.swisstopo.admin.ch/internet/swisstopo/de/home/swisstopo/legal_bases.html
 GEP
Genereller Entwässerungsplan. Untersucht die Stadtentwässerung ganzheitlich hinsichtlich Kanalisation, Liegenschaftsentwässerung, Grundwasser und Oberflächengewässer. Der GEP wird von Fachleuten aus den Bereichen Abwasser, Stadtplanung, Umwelt, Umwelttechnik, Geologie, Boden, etc. erarbeitet. Themen sind: Hydraulik, Gefahren, Versickerung, Einzugsgebiete, Gewässerqualität, Dokumentation Abwasser, u.v.m.
 Google Earth
Ein virtueller Globus. Erlaubt die Integration eigener GIS-Daten über das KML-Format. 3D-Modelle inklusive Texturen (Gebäude, etc.) können über das Collada-Format integriert werden.
 Informatikdienst der Stadt Uster
Der Informatikdienst der Stadt Uster stellt die Basisinfrastruktur (Netzwerk, Netzwerkdienste, Speicher, Backup, etc.), die Kommunikationsinfrastruktur, sowie die Betriebssysteme und Standardsoftware-Pakete zur Verfügung. Er erledigt auch den zentralen Einkauf und den Unterhalt von Standard Hard- und Software. Diese Dienstleistungen werden teilweise auch von Dritt-Dienstleistern resp. –lieferanten erbracht.
 Interlis
Schweizerische Norm für die Modellierung, die Speicherung und den Transfer von Geodaten. Liegt in 2 Versionen vor: Interlis 1 basiert auf Textdateien, Interlis 2 basiert auf XML. Das Geodatenmodell wird in ili-Dateien (Modelldateien) abgelegt, die eigentlichen Geodaten werden über Transferdateien (itf oder GML) ausgetauscht. (Webseite Interlis)
 Kantonales Geoinformationsgesetz
Geoinformationsgesetz auf kantonaler Stufe. Ist im Kanton Zürich im Entwurfsstadium (Sommer 2009).
 KOGIS
Koordination, Geo-Information und Services. Eine nationale Koordinationsstelle der GIS-Aktivitäten von Bund, Kanton und Gemeinden. Fördert auch die NGDI.
 Kote
Eine Kote ist die durch Höhenmessung festgelegte Höhe eines Geländepunkts. Daneben steht Kote auch für die Höhenachse. Eine kotierte Projektion ist die zeichnerische Darstellung von Raumgebilden durch senkrechte Grundrissprojektion auf eine Horizontalebene unter Beifügung von Zahlen (Koten), die die Höhe einzelner Punkte über der Projektionsebene angeben.
 NGDI
Nationale Geodateninfrastruktur. Nationale Vernetzung von Geoinformationen und Services.
 Open Geospatial Consortium
Internationales Konsortium bestehend aus Universitäten, GIS-Firmen, Behörden und anderen Forschungseinrichtungen. Erarbeitet Standards für Geowebdienste, Datenformate und Datenstrukturen. (Webseite OGC)
 Pixel
Pixel ist ein Kunstwort für "Picture Element" und bezeichnet einen Bildpunkt eines Rasterbildes, der alleine adressierbar ist und auf dem Bildschirm- oder einer Rasterzeichnung dargestellt wird. Auch Rasterzelle genannt, die die durch eine bestimmte Position in der Bildmatrix und durch einen Grauwert gekennzeichnet ist. Mehr unter http://www.geoinformatik.uni-rostock.de/einzel.asp?ID=1346
 QGIS
QuantumGIS (QGIS) ist ein Desktop-GIS für die benutzerfreundliche Visualisierung, Analyse und Bearbeitung von Geodaten. Es ist plattformunabhängig (Linux, Macintosh, Windows, Unix) und ist im Quellcode verfügbar. Es kann über eigene Plugins (Python und C++) erweitert werden. Grundlage von QGIS sind qt (qtsoftware/Nokia) und zahlreiche anderen Open-Source GIS-Bibliotheken. Für die Installation auf einzelnen Arbeitsstationen sind keine Lizenzgebühren notwendig, die Stadt Uster beteiligt sich aber finanziell und mit Testen und Ideen an der Weiterentwicklung.
http://www.qgis.org/
 Rasterdaten
Rasterdaten entstehen durch Scannen von Plänen, Luftbildern etc. oder bei der Aufnahme durch digitale Kameras (z. B. Satellitenbilder). Es handelt sich um eine Matrix von Bildpunkten (Pixel). Jedes Pixel hat eine Position im Bild und einen Farb- oder Grauwert. Durch Koordinatentransformationen kann das Rasterbild z.B. mit geographischen oder geodätischen Koordinaten in Bezug gesetzt werden (Geokodierung).
Rasterdaten enthalten keine Sachdaten, daher werden sie häufig als Hintergrund für die Bildschirmdigitalisierung verwendet. Über die Farb- oder Grauwerte der einzelnen Pixelkönnen jedoch Analysen wie etwa Distanzberechnungen, Puffer oder Verschneidungen zwischen verschiedenen Datenschichten durchgeführt werden.
Mehr unter: http://www.giswiki.org/wiki/Rasterdaten
 Raumbezogene Daten
Es wird unterschieden zwischen raumbezogenen Daten mit direktem und Daten mit indirektem Raumbezug. Raumbezogene Daten mit direktem Raumbezug (Geodaten) sind digitale Informationen welchen auf der Erdoberfläche eine bestimmte räumliche Lage durch Koordinaten zugewiesen werden kann. Sie beinhalten neben der Lage und Ausdehnung auch den Zeitbezug und sonstige Eigenschaften. Raumbezogene Daten mit indirektem Raumbezug beinhalten Koordinaten nicht direkt. Der Geobezug kann indirekt über Verknüpfungen mit Geodaten hergestellt werden, z.B. durch Gebäudeadressen, Parzellennummern, Versicherungsnummern, etc.
 SOGI
Schweizerische Organisation für Geo-Information. Dachverband für Geoinformationsspezialisten. Organisiert Veranstaltungen. Fachgruppen kümmern sich um GIS-Themen wie Geodatenmodellierung, Koordination Geoinformation, GIS-Technologie, Aus- und Weiterbildung, etc. (Webseite SOGI)
 Styled Layer Description
Eine XML-basierte Symbolisierungssprache um das Aussehen der Karten von WMS-Diensten zu beeinflussen. Ein Standard des OGC.
 Swisstopo
Bundesamt für Landestopografie swisstopo. Kurzform: swisstopo. Zuständig für die Erstellung von Landeskarten, Produktion von Luftbildern, Orthobildern und topografischen Geodaten, Koordination der amtlichen Vermessung, Landesgeologie, KOGIS, etc.
 Triangulated Irregular Network
Eine Form irregulärer Tesselation basierend auf Dreiecken und verwendet, um zusammenhängende räumliche Daten zu repräsentieren, die auf einem Satz unregelmäßig verteilter Punkte zurückzuführen sind. Im Unterschied zum GRID erlaubt das TIN dichte Informationen in komplexen Flächen und spärliche Informationen in einfacheren oder homogeneren Flächen. Ein TIN wird in DGM häufig verwendet als Methode zur Erstellung einer digitalen Geländedarstellung aus Punktdaten im Vektordatenmodell. Das TIN wird durch eine willkürliche Verteilung von Punkten erstellt, die so verbunden werden, dass sie Dreiecke formen. Jeder Punkt verfügt über eine X- und eine Y- Koordinate und ein oder mehrere Attribute (z.B. Höhe). Attributwerte für einen Punkt an beliebiger Stelle im Modell können dann interpoliert werden.
 Vektordaten
Datenmodell, das auf der Darstellung von geographischen Objekten durch kartesische Koordinaten basiert und im Allgemeinen zur Darstellung linearer Merkmale verwendet wird. Jedes Merkmal wird durch eine Reihe von Koordinaten dargestellt, die seine Form definieren und verknüpfte Informationen besetzen können. Basisdatentypen sind Punkt, Linie und Fläche. Jedes Objekt wird repräsentiert von einer Liste geordneter x,y-Koordinaten. Attribute sind verbunden mit dem Objekt (im Gegensatz zu einer Rasterdatenstruktur, die Attribute mit einer Rasterzelle verbindet). Hoch entwickelte Vektordatenmodelle schließen Topologie mit ein. Mehr dazu: http://www.giswiki.org/wiki/Vektordaten
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